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Eis hat in Langenthal Tradition – jetzt geht es um die Zukunft


Wer in Langenthal aufgewachsen ist, kennt das Knirschen der Schlittschuhe auf der Kunsteisbahn Schoren. Generationen haben hier ihre ersten Runden gedreht, der SC Langenthal hat hier Geschichte geschrieben, der Curling Club seine Steine geworfen, Schulklassen ihre Sportstunden auf dem Eis verbracht. Die KEB ist mehr als eine Sportanlage – sie ist ein Stück Langenthal.

Diese Anlage ist in die Jahre gekommen. Am 11. Mai hat der Stadtrat über einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg in die nächste Etappe entschieden.


Worum geht es konkret?


Auf dem Tisch lag ein Verpflichtungskredit von 600’000 Franken – ein Investitionsbeitrag der Stadt an die Kunsteisbahn Langenthal AG. Mit diesem Geld wird die Planung in die nächste Phase geführt: das sogenannte «Vorprojekt (+)». Hinter dem etwas sperrigen Begriff steckt etwas sehr Konkretes – das Siegerprojekt aus dem Studienauftrag soll vertieft, technisch ausgearbeitet und vor allem finanziell durchgerechnet werden.

Damit das Volk später Ja oder Nein zu einem realistischen Projekt sagen kann, müssen vorher die Hausaufgaben gemacht werden. Genau das ist der Sinn dieser Phase.


Der Weg bis hierher – kurz erzählt


2020 hatten die Stimmberechtigten das Projekt einer neuen Eishalle im Hard gutgeheissen. Dann kam der Rückzug des SCL aus dem Profisport, die Rahmenbedingungen änderten sich grundlegend, und der Gemeinderat entschied sich gemeinsam mit allen Beteiligten für einen Strategiewechsel: Sanierung und Erweiterung am bestehenden Standort Schoren.

Seither ist viel passiert. Ein Studienauftrag wurde durchgeführt, fünf Architekturteams haben Lösungen erarbeitet, eine Fachjury hat sie bewertet. Den Zuschlag erhielt das Büro Rolf Mühlethaler Architekten AG – mit einem Projekt, das die Jury durch klare Architektur, eine zukunftsfähige Organisation der Halle und gute Wirtschaftlichkeit überzeugte. Im November 2025 hat zudem die Burgergemeinde Schoren dem neuen Baurechtsvertrag zugestimmt – ein wichtiger Meilenstein.


Was kostet das Ganze – und wer bezahlt?


Reden wir Klartext: Die Realisierungskosten werden aktuell auf 28.6 Millionen Franken geschätzt (Genauigkeit ±25 %). Das Projektteam hat sich verpflichtet, das Vorhaben innerhalb eines Kostenrahmens von 25 Millionen zu realisieren. Eine erste Finanzierungsskizze sieht so aus:


•       Kantonaler Sportfonds: 2 Mio.

•       NRP-Darlehen: 3.5 Mio.

•       SC Langenthal: 2 Mio.

•       Curling Club Langenthal: 1 Mio.

•       Stadt Langenthal: 19.5 Mio.


Genau diese Finanzierung – wer trägt was, zu welchen Bedingungen, mit welchen Reserven – ist eine der Kernaufgaben der nun anstehenden Phase. Erst wenn das geklärt ist, kommt das Geschäft vor das Volk. Voraussichtlich im Jahr 2027.


Ein überparteiliches Ja im Stadtrat


In der Stadtratssitzung vom 11. Mai haben sich alle Fraktionssprecherinnen und Fraktionssprecher für den Verpflichtungskredit ausgesprochen. Das Endresultat der Abstimmung: einstimmig Ja mit einer Enthaltung zum Investitionsbeitrag an die Kunsteisbahn Langenthal AG. Ein starkes, überparteiliches Zeichen für die Zukunft des Eissports in Langenthal.


Was die FDP-Fraktion vom Vorprojekt+ erwartet


Für unsere Fraktion stand von Beginn an ein Punkt im Vordergrund: eine genauere und fundiertere Kostenermittlung. Schon 2024 wurde bei uns in der Fraktion auf die unterschiedlichen Grössenordnungen der diskutierten Investitionssummen hingewiesen und eine bessere Plausibilisierung gefordert. Genau diese Transparenz muss das Vorprojekt+ jetzt konsequent weiterführen – mit einer nachvollziehbaren Darstellung sämtlicher Kostenpositionen nach Baukostenplan, einer offenen Kommunikation über Folgekosten und aufgestauten Unterhalt sowie Klarheit darüber, ob Investitionen bewusst in spätere Phasen verschoben werden. Eine etappierte Umsetzung kann durchaus sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass die Grundlagen für den späteren Volksentscheid sauber auf dem Tisch liegen.


Was Sie tun können


Verfolgen Sie die Debatte. Lesen Sie sich ein – die Unterlagen sind öffentlich, der Jurybericht des Studienauftrags ist auf der Website der Kunsteisbahn Langenthal abrufbar. Und wenn das Geschäft 2027 vors Volk kommt, dann liegt es an uns allen, mit guten Argumenten und auf solider Grundlage zu entscheiden.


Bis dahin gilt: die Schlittschuhe nicht vergessen.

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