Schulsozialarbeit
- Stefanie Barben

- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Seit längerer Zeit wird die Schulsozialarbeit in Langenthal weiterentwickelt. Ausgangspunkt dafür sind eine Evaluation, verschiedene Diskussionen im Stadtrat sowie ein klar identifizierter Handlungsbedarf. Das Ziel ist eine wirksamere Unterstützung für Kinder, Jugendliche, Eltern und Schulen.

Schulsozialarbeit neu gedacht
Die Anforderungen an unsere Schulen haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Zunehmende soziale Belastungen, komplexere Familiensituationen und steigende Erwartungen an Lehrpersonen und Schulleitungen verlangen nach professioneller Unterstützung.
Der Schulsozialindex zeigt klar: Langenthal liegt mit einem Wert von 1.39 deutlich über dem Durchschnitt. Damit ist auch der Bedarf an wirksamer Schulsozialarbeit hier erhöht.
Die zentrale Erkenntnis aus der eingangs erwähnten Evaluation der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) von 2024/2025 ist eindeutig: Schulsozialarbeit entfaltet ihre Wirkung nur dann, wenn sie präsent, kontinuierlich und präventiv arbeiten kann.
Warum ein neues Modell notwendig ist
Das bisherige Modell mit den zwei Leistungserbringern ToKJO und Schoio AG führte zu einem erheblichen Koordinationsaufwand. Dieser band Ressourcen, ohne den gewünschten Nutzen für die Betroffenen zu bringen.
Die Folge:
weniger Zeit für konkrete Fälle
eingeschränkter Beziehungsaufbau
zu wenig präventive Arbeit
Genau hier setzt die Neuausrichtung an.
Die zentralen Verbesserungen
Das neue Modell basiert auf fünf klar definierten Eckpunkten:
Ein Leistungserbringer statt mehrerer Schnittstellen (ToKJO)
Erhöhung der Ressourcen auf 260 Stellenprozente
Stärkere Präsenz vor Ort in den Schulhäusern
Niederschwelliger Zugang für alle Anspruchsgruppen
Standortspezifische Konzepte je Schulzentrum
Diese Struktur reduziert Komplexität und sorgt dafür, dass die Ressourcen dort wirken, wo sie benötigt werden.
Mehr Wirkung durch gezielten Einsatz
Die Ressourcen werden künftig gezielter eingesetzt:
höhere Dotation in stark belasteten Schulzentren
Fokus auf Oberstufe mit komplexeren Fällen
differenzierter Einsatz je nach Bedarf
Damit wird ein entscheidender Schritt gemacht: weg von punktuellen Interventionen – hin zu nachhaltiger Begleitung.
Finanzielle Einordnung
Die jährlichen Kosten belaufen sich auf rund CHF 326’000, wovon 10 % durch den Kanton getragen werden.
Im Verhältnis zu den gesamten Bildungsausgaben der Stadt ist dies eine überschaubare, aber strategisch relevante Investition.
Vor allem gilt: Frühzeitige Unterstützung reduziert langfristige Folgekosten – sozial wie finanziell.
Fazit
Die Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit ist kein Ausbau um des Ausbaus willen. Sie ist eine gezielte Antwort auf reale Herausforderungen und sie ist:
fachlich fundiert
effizient organisiert
finanziell tragbar
strategisch sinnvoll
Für die FDP ist klar: Eine funktionierende Schulsozialarbeit stärkt nicht nur die Schulen, sondern die gesamte Gesellschaft.
Investitionen in Prävention und Unterstützung zahlen sich langfristig aus – für Kinder, Familien und die öffentliche Hand.




Kommentare